Kannibalen und Spinner

Vom Verlorensein des Heranwachsens lässt sich auf ganz unterschiedliche Arten erzählen. Luca Guadagnino hat sich vor allem mit „Call me by your Name“ als Meister dieses Fachs erwiesen. Auch im aktuellen Wurf „Bones and All“ umkreist er einfühlsam eine aufkeimende Liebe. Diesmal jedoch sind die Protagonisten keine wohlsituierten Akademikersprößlinge, sondern gehören der ländlichen weißen amerikanischen Unterklasse an. Erschwert wird ihr sowieso nicht ganz einfaches white trash-Dasein zusätzlich durch eine weitere Besonderheit: Sie sind „Esser“. Durch den ererbten Hunger nach Menschenfleisch sind sie als schlechthin anders und nicht akzeptabel gebrandmarkt. Mehr lesen

Leseparty im Verwalterhaus

An alle, die es interessiert: Die Odyssee geht weiter. Am Samstag, 26.11. macht die große HeilandHelmsAnglesDJelse-Stadion-Tour Station im Verwalterhaus/Alter Friedhof St. Marien – St. Nikolai in der Prenzlauer Allee 1. Ulrike Helms-Angles erzählt von Portugal, Holger Heiland liest aus „Vom Wetter reden und vom Tod“ und DJ else legt auf. Bei freiem Eintritt und im Warmen. Mehr lesen

Unscharfe Ränder, brennende Scheinwerfer

Mit „Bardo – Die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ kehrt Alejandro G. Iñárritu nach sieben Jahren auf die große Leinwand zurück. Von der internationalen Filmkritik nach der Premiere in Cannes des überbordenden Narzissmus gescholten ist sein Film eine tripartige Achterbahnfahrt an den Rändern von Bewusstsein, Kunst und Leben. Ein seltenes Meisterwerk – und das erste Kapitel eines so großen wie wahrscheinlich zufälligen Netflix-All-American-Movie. Mehr lesen

Lesung und Musik am Totensonntag

Am Totensonntag, 20. November gibt es die nächste Lesung aus „Vom Wetter reden und vom Tod“. Moritz Meisling wird in Lesepausen zur Gitarre Moritaten aus Wien vortragen. Ab 17 Uhr. Im Café Lisbeth auf dem Friedhof II der Sophiengemeinde in der Bergstraße 29 in Mitte. Mehr lesen

Verdichtung statt Spektakel

Die Entführung Jan Philipp Reemtsmas im Jahr 1996 ist einer der spektakulären Kriminalfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Entführungsopfer selbst hat seine Erinnerungen an die Zeit der Gefangenschaft in seinem Buch „Im Keller“ geschildert. 2018 machte sein Sohn Johann Scheerer sein damaliges Erleben unter dem Titel „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ öffentlich. Diesen Blick durch die Augen eines Heranwachsenden aufs Geschehen hat nun Hans-Christian Schmid verfilmt. Mehr lesen