Popsatt und politisch

Im Kino kommt PT Andersons popsatter Nostalgiefilm „Licorice Pizza“, worüber ich im Dschungel einige Worte verliere. Endlich wieder gelesen wird am 18. März beim dritten permanent live-Abend des neuen permanent Verlags – und zwar Programmatisches aus diesem Blog. Mehr lesen

Zeremoniell und Selbstermächtigung

„Und die Menschen gehn in Kleidern“, dichtete dereinst Franz Kafka (in einem seiner schönsten Texte), und Kleider machen bekanntlich Leute. Besonders deutlich wird das bis in unsere Tage am höfischen Zeremoniell. Daher lässt sich hier auch überaus trefflich beleuchten, welche Reibungen zwischen gesellschaftlichen Rollen und ihren Trägern entstehen können. Auch wenn man sagen könnte, Augen auf bei der Partnerwahl, schafft es Pablo Larrains neuer Film „Spencer“, das Bild einer Prinzessin am Rande des Nervenzusammenbruchs zu zeichnen, die sich befreien muss. Mehr lesen

Fürs iPad zu groß: die Mutter aller Mordgeschichten

Momentan noch im Kino, ab Ende nächster Woche bei Apple TV+: Joel Coen hat als ersten Film ohne seinen Bruder Ethan der Legion bestehender Shakespearverfilmungen eine weitere hinzugefügt. Mit „The Tragedy of Macbeth“ gelingt es ihm, dem Stoff, der als Wegbereiter so unterschiedlicher Genres wie des Hardboiled-Krimis und des Politthrillers gelten kann, neue Aspekte abzugewinnen. Mehr lesen

Neujahrslamm – vom Zusammenleben

Corona wird mit Omikron endemisch. Heißt, Mensch und Virus werden weiterhin zusammenleben müssen, sich aber mehr oder weniger im Sinn einer friedlichen Koexistenz arrangieren. Wie es aussehen kann, wenn man Anderes und durchaus auch Befremdliches annimmt, zeigt der in ein nordisländisches Ökosystem eingewobene Film „Lamb“ mit Noomi Rapace in eindrucksvollen Bildern. Mehr lesen

Kiez 0 : Kommerz (n+1) – Mitte im Wandel der Zeiten

Kiez 0 : Kommerz (n+1) – Mitte im Wandel der Zeiten

In den Hinterhöfen und Kellern der Rosenthaler Straße und rund um den Hackeschen Markt verbargen sich einst die wichtigsten Orte des Berliner Nachtlebens. Jeder für einen langen Augenblick ein Eingang in ein rhizomartig verzweigtes betörendes Paralleluniversum zum normalen Leben der anderen. Kaum etwas erinnert heute noch daran. Mehr lesen

Nach dem Sturm: Abend, Schönheit, UFOs

Nach dem Sturm: Abend, Schönheit, UFOs

Als der Sturm sich gelegt und der Regen nachgelassen hatte, kam Erri von seinem Berg nach Mitte hereingelaufen, überquerte die Museumsinsel und erreichte pünktlich die Staatsoper. Gegeben wurde „Strong“ von Sharon Eyal. Dunkel, vibrierend, pulsend, stark! Mehr lesen

Schmerzensreiche Geburt

Weist „Titane“ den Weg zu einem kommenden Erzählen von geschlechtlicher Uneindeutigkeit? Schrammt er hart an der Lächerlichkeit entlang? Oder ist er einfach ein sensationsheischendes Spektakel aus schwer verdaulichen Bildern, grellen Oberflächen und kalkulierten Qualen fürs Publikum? Mehr lesen

Der letzte Tag des Sommers

Schon wieder September. Also praktisch Herbst. Was eigentlich nur besser sein kann als die Flächenbrände, Fluten und Wirbelstürme der letzten Monate. Auf die Kapitualtion des Westens in Afghanistan ist die Rückkehr der Taliban gefolgt. Auf gefühlt hundert Jahre Merkel und die Politik der Alternativlosigkeit folgt der müdeste Wahlkampf seit Menschengedenken. Und dann ist nach Charlie Watts, dem „Schlagzeuger der Herzen“ (Jenny Zylka in der taz), auch noch Belmondo gestorben. Mehr lesen

Im Rausch durch die Krise

Im Rausch lässt sich das Leben oft besser ertragen. Häufig führt das Rauschhafte aber auch in die Krise. Und manchmal trägt es durch sie hindurch zum Finale im glücklichen Chaos. All das ist häufig erzählt und wiederkehrendes Sujet von Literatur und Film. Dennoch macht Thomas Vinterbergs vielgelobter Beitrag zum Thema trotz grundlegender Überflüssigkeit Spaß. Mehr lesen