Schocks gegen den Horror des Realen

Schocks gegen den Horror des Realen

Schock­erfahrung im Kino, schreibt Daniel Moersener, animiere das Publikum nicht zu totalitärer Raserei. Stattdessen zerstreue es affektiv jegliche Disposition in diese Richtung. Glückliches Popkultur-Amerika: „Das zu Ende der Zwanzigerjahre gärende Unbehagen an der Moderne entlud sich in Europa in antisemitischem Wahn, in den USA sublimierte es sich hingegen in die Popularität lustvoller, befreiender Horrorunterhaltung.“ Allein schon deshalb hier die nächste Besprechung eines aktuellen Slashers: Ti Wests „X“. Mehr lesen

Julian Radlmaiers „Blutsauger“ – Was Kino kann

Julian Radlmaiers „Blutsauger“ – Was Kino kann

Endlich läuft sie an, Julian Radlmaiers maxistische Vampierkomödie „Blutsauger“. Hier geht’s zur Besprechung. An dieser Stelle nur so viel: Auch und gerade in düsteren Zeiten schafft gekonnt eingesetzter künstlerischer Eigensinn die direktesten Verbindungen in mögliche andere Welten. Ohne dabei auf Analyse und Kritik zu verzichten, versteht sich. Und, wie in diesem Fall, mit sehr speziellem Humor. Mehr lesen

Autofiktion und Yoga, Sadismus und Grausamkeit

Mehr zu Emmanuel Carrères Yoga-Buch, den Grausamkeiten der eigenen (Krankheits-)Geschichte und Autofiktionen an sich. Rainald Goetz liefert dazu das Stichwort „Takt“. Und Iris Därmann befasst sich auf erhellende Weise mit Sadismus. Mehr lesen

Zynismus und Beharren

Zynismus und Beharren

Die Welt, schreibt zum Beispiel Emmanuel Carrère, kann nicht wegen jeder Katastrophe angehalten werden. So schwer das angesichts des Krieges in Europa zu akzeptieren scheint, gilt es gerade jetzt auf Werte und Kulturschaffen zu beharren. Mehr lesen

Finstere Zeiten

„Man muss sich ganz schön einschränken, wenn Krieg ist“: So viel ist sicher. Auch und gerade bei dem, was man denken, sagen und äußern kann. Wahr ist nämlich bei allem Hass auf jeden Faschismus und jedes zynische über Leichen Gehen zur Durchsetzung so genannter (geo-)politischer Interessen auch, dass im Krieg immer die Wahrheit – hier verstanden als Wunsch und Möglichkeit zu differenzieren – zu den ersten Opfern gehört, weil sie großflächig durch Propaganda ersetzt wird. Mehr lesen

Popsatt und politisch

Im Kino kommt PT Andersons popsatter Nostalgiefilm „Licorice Pizza“, worüber ich im Dschungel einige Worte verliere. Endlich wieder gelesen wird am 18. März beim dritten permanent live-Abend des neuen permanent Verlags – und zwar Programmatisches aus diesem Blog. Mehr lesen

Zeremoniell und Selbstermächtigung

„Und die Menschen gehn in Kleidern“, dichtete dereinst Franz Kafka (in einem seiner schönsten Texte), und Kleider machen bekanntlich Leute. Besonders deutlich wird das bis in unsere Tage am höfischen Zeremoniell. Daher lässt sich hier auch überaus trefflich beleuchten, welche Reibungen zwischen gesellschaftlichen Rollen und ihren Trägern entstehen können. Auch wenn man sagen könnte, Augen auf bei der Partnerwahl, schafft es Pablo Larrains neuer Film „Spencer“, das Bild einer Prinzessin am Rande des Nervenzusammenbruchs zu zeichnen, die sich befreien muss. Mehr lesen

Fürs iPad zu groß: die Mutter aller Mordgeschichten

Momentan noch im Kino, ab Ende nächster Woche bei Apple TV+: Joel Coen hat als ersten Film ohne seinen Bruder Ethan der Legion bestehender Shakespearverfilmungen eine weitere hinzugefügt. Mit „The Tragedy of Macbeth“ gelingt es ihm, dem Stoff, der als Wegbereiter so unterschiedlicher Genres wie des Hardboiled-Krimis und des Politthrillers gelten kann, neue Aspekte abzugewinnen. Mehr lesen

Neujahrslamm – vom Zusammenleben

Corona wird mit Omikron endemisch. Heißt, Mensch und Virus werden weiterhin zusammenleben müssen, sich aber mehr oder weniger im Sinn einer friedlichen Koexistenz arrangieren. Wie es aussehen kann, wenn man Anderes und durchaus auch Befremdliches annimmt, zeigt der in ein nordisländisches Ökosystem eingewobene Film „Lamb“ mit Noomi Rapace in eindrucksvollen Bildern. Mehr lesen

Kiez 0 : Kommerz (n+1) – Mitte im Wandel der Zeiten

Kiez 0 : Kommerz (n+1) – Mitte im Wandel der Zeiten

In den Hinterhöfen und Kellern der Rosenthaler Straße und rund um den Hackeschen Markt verbargen sich einst die wichtigsten Orte des Berliner Nachtlebens. Jeder für einen langen Augenblick ein Eingang in ein rhizomartig verzweigtes betörendes Paralleluniversum zum normalen Leben der anderen. Kaum etwas erinnert heute noch daran. Mehr lesen