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Tag "Tel Aviv"

Freitag, 25. Mai 2012

Die morgendliche Sichtung der deutschen Feuilletons via Perlentaucher bescherte Avi einmal mehr gemischte Gefühle. Nicht nur, dass er dort vom anhaltenden medialen Getöse lesen musste, das Sibylle Lewitscharoff mit ihrem nutzerdissenden Kulturpessimismus diesmal in der FR veranstaltete. In einem “Was wäre wenn?”-Szenario spielte (um zu den ernsteren Themen zu kommen) die Jüdische Allgemeine satirisch das deutsche Medienecho auf einen iranischen Raketenangriff auf Tel Aviv durch: “Kein Blut für Tel Aviv” wäre wohl, was unterm Strich herauskäme.

Ärgerlich auch diese Zusammenfassung eines Spiegel Online-Artikels: “Wieder einmal klagt die bewährte Allianz von FAZ und SZ gegen einen Internetdienst, der Artikel dieser und anderer Medien durch Verlinkung von Überschriften zugänglich macht. Diesmal handelt es sich um Echobot, meldet Ole Reißmann: ‘FAZ und SZ argumentieren, dass schon für die Übernahme von Überschriften und Artikelauszügen eine Erlaubnis des jeweiligen Verlags notwendig sei. Außerdem stören sie sich daran, dass Echobot die Artikel für seine Nutzer zugänglich macht – mit einem Klick wird die Original-Website auf der Echobot-Seite eingebettet, so ähnlich wie ein YouTube-Video.'” Das durfte ja wohl nicht wahr sein, dachte Avi. Aber immerhin markierte es eine Grenze zwischen Freund und Feind, auf die man in Zukunft achten sollte.

Sehr heiter dagegen: das neue Video von FSK passend zum Thema: Lady Chatterly

Und als Zugabe der neue Polanski, den Prada als Werbeclip schaltet. Skurril. Aber der Mann muss ja auch von irgendwas leben. Genau wie seine Darsteller.

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Mittwoch, 7. März 2012

Dem Werk – oder wem auch immer – hilft ein bestimmter Schmerz vielleicht tatsächlich. Zumindest aber ein gewisses Maß an gemachten Erfahrungen, die mit einfließen und spür- oder sichtbar werden. Wie in Gesichtern, wenn sie nicht mehr ganz jung oder künstlich gestrafft und bearbeitet sind. (Zur Seite des Zugriffs ein andermal mehr …) Hier ist Porträt 2: Thore

Tel Aviv. Eine halbe Stunde später versank die Sonne im Meer und nach weiteren fünfzehn Minuten war es stockdunkel. Henning zog die Schuhe aus und lief die paar Schritte vor ans Wasser. Es war angenehm warm. Kurz überlegte er, ob er noch baden gehen sollte, entschied aber, dass das zu anstrengend war. Stattdessen setzte er sich vor eine der Strandbars mit ihren schick illuminierten Außenbereichen und trank zwei teure Bier. Zu beiden rauchte er je eine Zigarette. Dabei bemühte er sich, seinen Kopf nicht so sehr klar als vielmehr leer zu kriegen. Er wollte nur sitzen, den auffrischenden Wind auf der Haut spüren und nicht darüber nachdenken, wie sich sein Leben in den letzten Wochen entwickelt hatte oder warum oder was er unternehmen konnte. Als der Kellner, ein junger, gebräunter Surfer mit halblangem, sonnengebleichtem Haar kam, um sich zu erkundigen, ob er noch ein Gold Star bringen solle, sagte Henning, dass er zahlen wolle. Der Junge, der nicht viel zu tun hatte, da das Areal mehr oder weniger verlassen dalag, kassierte ihn ab, bedankte sich für sein Trinkgeld und blieb noch einen Moment bei ihm stehen. Er fragte, ob Henning aus Italien komme. Henning sah ihn an und sagte ja.

 

sonnenuntergang

Feierabend in Tel Aviv. (c) H. Heiland

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