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Sonntag, 28. Oktober 2012

So wird ihr Kind Millionär. Manuela liest in einem Boulevardmagazin. Vielleicht wäre ein Kind die Lösung, denkt sie. Anton Nioni erzählt nebenher, dass er einen spätherbstlich anstrengenden grippalen Infekt in sich trägt, den er tags zuvor dadurch zu  bekämpfen versucht habe, dass er am Abend Fußballspielen gegangen sei. Schließlich sei es ja nicht wirklich angenehm, dass man selbst, als Gefäß, von etwas anderem, einer Vielheit, egal wie winzig, sozusagen gekapert worden sei. Als Bild wiederum gefalle ihm der Gedanke. Jedoch dürfe man sich nicht einbilden, das oder irgendetwas anderes den Körper betreffendes sei durch im Bett liegen zu beheben. Man müsse den Körper nämlich vielmehr beschäftigen, ihn fordern und durch das Fordern ablenken von den Viren, die dann ganz nebenbei, während der Körper Wichtigeres zu tun habe, wie dem Ball hinterher zu hechten oder sich dem anstampfenden Gegner in den Weg zu stellen, vom Körper im Rahmen eben dieser immens bedeutenden Leibestätigkeiten ausgeschwitzt würden, weil der Körper, hier in Gestalt des Lymphsystems, eben spüre, dass es Prioritäten zu setzen gelte und er sich ein Liegenbleiben und Faulenzen nicht leisten könne. Ben fragt, ob Nioni, wie ihn alle nennen, denn so heißt er ja ganz wahrhaftig mit Nachnamen, nur den Vornamen hat er sich passend gemacht, vielleicht noch von etwas ganz anderem befallen worden sei oder warum er auf einmal nur noch ausschließlich solch einen Schwachsinn von sich gebe; aber der angegriffene stellt, anstatt sich zu wehren, fest, dass er seiner Argumentation selbst gar nicht wirklich gefolgt sei, weil seine Gedanken kein Thema fassen könnten und keinen Punkt und ständig wegdrifteten. Obwohl er kurz zuvor eine Arbeit beendet habe, die von dem Teil der Kunstkritik, die ihn wahr nehme, gut besprochen worden sei, fühle er sich ausgelaugt und leer. Von Unruhe befallen rauche er eine Zigarette nach der anderen und verspüre einmal mehr den Drang, sein gesamtes Leben zu ändern. Sogar an Selbstmord habe er schon gedacht, sei dafür aber, genau wie für einen plötzlichen Kinderwunsch, von seinem Freund ausgelacht worden, und auch Manuela kann sich den Fotografen nicht als Vater vorstellen. Und schon gar nicht kann sie sich vorstellen, seinen Pimmel, den er ihr einmal gezeigt und der sie an irgendetwas unangenehm Tierisches erinnert hat, in sich einzulassen, und sei es auch unter Laborbedingungen. Dann doch lieber erstmal weiter trinken. Ben sagt, in der Bar sähen alle Typen gleich aus, und die beiden anderen pflichteten ihm bei.

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Samstag, 14. Januar 2012

Die Internetpräsenz steht. Zumindest inhaltlich. Ob sie gut aussieht und so bleiben kann, ist noch umstritten. Aber Anfang der nächsten Woche muss mal was verschickt werden, damit lukrative Aufträge eine Chance haben, mich zu finden. All die Agenturen und Endkunden, die betextet werden müssen. Ansonsten können erste Rechnungen gestellt werden. Damit man mal sieht, wofür eigentlich dauernd gearbeitet wird. Aber wie schon der Buddhist sagt: Geld ist ja nicht nur positiv. Es wäre nur schade, wenn irgendwann keins mehr nach käme. Es müssen ja auf der anderen Seite auch kontinuierlich weiter Investitionen getätigt werden. Am Montag zum Beispiel schaue ich mir zum zweiten Mal ein Büro an, in das ich vielleicht fürs Erste mit einziehen werde. Eine weitere Entscheidung, die getroffen werden muss. Alles kostet. Aber so ist das. So war es ja auch vorher. Da musste man nur nicht so viele Gedanken daran verschwenden.

Dass man ständig darüber nachdenkt, wie alles und jedes zu finanzieren sei, schlägt sich selbstverständlich auf die Gesamtheit des Lebens und Denkens nieder. In der Tat fühlt man sich in der Beziehung gehetzter als vorher. Andererseits habe ich gestern den neuen Film von Ute und Christine gesehen und gemerkt: Insistieren auf dem Eigenen lohnt. Nur so kommt man irgendwann zu tollen Ergebnissen.

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Auch ein Schaufenster im Kapitalismus. (c) H. Heiland

 

 

Dienstag, 10. Januar 2012

Vielleicht zum Essen ins “Lokal”, Arbeitsbesprechung und Zukunftsplanung. Bevor es morgen wieder an den Kudamm geht, das letzte Projekt aus dem letzten Jahr zum Abschluss zu bringen. Danach sollte Neues kommen. Und wieder sortiert und evaluiert werden. Was ist es wert, weiterverfolgt und aufgehoben zu werden, was nicht?

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Montag, 9. Januar 2012

Die Frage bleibt natürlich: Wann genau ist die Phase des Durchbeißens und Aufreibens eigentlich wirklich vorbei? In der Realität? Sagt irgendwann wer: So, Schnitt jetzt, ab heute wird geerntet!? Zum Beispiel ein Verlag, der mit Geld und Verträgen winkt? Aber darum geht es gar nicht in erster  Linie. Schön wäre nur, wenn die dauernde Ermüdung nicht immer bloß aus sinnlosem Kleinkram resultierte. Auch wenn das das Wesen des Systems sein mag. (Deine Hobbys sind Yoga und Systemkritik, singen die Türen auf der noch unveröffentlichten Platte.)

Jedenfalls muss die Zielsetzung “Tag für Tag ein post” unter Umständen noch einmal überdacht werden, wenn sich in der Abfolge und im Ablauf der Tage in den nächsten 20 Jahren im Großen und Ganzen nur wenig ändern wird. Was auch eine Ausrede sein könnte. Wir werden sehen.

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Dienstag, 3. Januar 2012

Wenn man sich erst gründlich durchgebissen hat, wird sich Entspannung über alles legen, und alles wird sich gelohnt haben. Genau. Das war doch der Plan für das Jahr. Eigentlich war es der Plan für alle Jahre. Aber ab jetzt sind Irrtümer ausgeschlossen.

 

 

Ländliches Idyll und Lebensraum der städtischen Kanalratte. (c) H. Heiland

 

Hier, so hatte ich gedacht, hätte Werner Herzog einst tausende von Ratten freigelassen und wäre ihrer dann nicht wieder Herr geworden. Stimmt aber gar nicht, auch wenn man es sich in den windschiefen Straßen gut vorstellen kann. Alles, was bei Nosferatu nach Wismar aussieht, wurde in Delft gedreht. Bis auf die Ratten. Für die musste, da die Delfter keine Lust darauf hatten, sich von Herrn Herzog mehr als nötig nerven zu lassen, nach Schiedam ausgewichen werden. Nur damit auch das mal geklärt wäre.

Beginne die Überarbeitung von “Im Rattenbau”. Zunächst zumindest im Kopf, da die Finanzämter und Krankenkassen dieser Welt auch bespielt werden wollen. Aber dann kommt der Rattenbau wieder dran. Die Rückkehr in die wilden Neunziger.

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Donnerstag, 22. Dezember 2011

So, jetzt geht’s aber mal los. Ist ja auch nicht gut, gleich am Anfang zu schwächeln. Neues Leben – neue Projekte, nach der Phase des unbefriedigenden Daseins als Angestellter in Agenturverhältnissen, wie sie im Buche stehen (nicht in meinen, allerdings), jetzt wieder frei. Und selbstverständlich gleich mit viel Arbeit und Terminen. Mal schauen, ob das so bleibt. Oder ob die dunklen Löcher folgen, in die man bekanntlich immer fallen kann. Ab Anfang kommenden Jahres (spätestens!) werden die ersten Schritte und alles weitere hier minutiös dokumentiert. Ach so: vorgestern ist auf fluter.de “Money for nothing” erschienen, der erste vorsichtige Wiedereinstieg ins essayistisch-journalistische Fach. Jetzt nur noch schnell hier fertig machen, paar Tage ausruhen, und dann aber wirklich: Tag für Tag ein post.

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Dienstag, 13. Dezember 2011

Hier soll nichts müssen. Das Blog ist ja der Spielplatz der Freiheit. Arbeitsabgewandt, sozusagen. Weshalb es fürs Erste als Einbahnstraße funktionieren soll. Weg von mir – und weg vom Fußball, der als Eingangsmetapher vielleicht nicht günstig gewählt war. Zu beliebig, vorhersehbar, abgegriffen. Aber Anfänge funktionieren so. Über das Einklinken ins bereits Gesagte. Kennt man ja. Jedenfalls bleiben die Kommentare bis auf Weiteres geschlossen, das Blog eine one-man-show, die man im Auge behalten kann oder nicht.

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Dienstag, 6. Dezember 2011

… und das nächste Spiel immer das schwerste. Das weiß nicht nur, wer sich beim Fußball auskennt, sondern auch, wer aus Hessen stammt und bis Anfang der neunziger Jahre montags Klaus Walter auf HR3 gehört hat. Womit die Angebote an pop-politischer Sozialisationshilfe in dieser Erdenregion und Zeit auch schon halbwegs erschöpft waren. Aber das ist eine andere Geschichte – auch wenn sie einen hin und wieder einholt und aufs Neue beschäftigt. Hier geht es im Folgenden in erster Linie ums Hier und Heute. Wobei das Hier für das Verständnis des Heute recht dehnbar gefasst wird. Besprochen werden Spiele und Spielzüge, die für die Beschäftigung mit Politik, Kultur und Schreiben aktuell von Interesse scheinen. Der zwischenzeitlich disponierte Name fürs Blog – “Harry Potters Mutters Sohn” – wurde aus guten Gründen wieder fallen gelassen, auch wenn er als Klickrate-Generator sicherlich funktioniert hätte.

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