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Blick auf die Welt

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Die alten Stufen schnurstracks nach oben unters Dach. Luke auf, Luft rein, Licht rein; Blick über suburbane Verheerungen im weiten Faltenwurf der Landschaft. Die Hochhäuser der Innenstadt als Blickmarke am Rand des Infrastrukturhorizonts. Er merkt, das alles ist allen Aktualisierungen der Skyline zum Trotz noch in ihm, tief eingeschrieben, basales Empfinden. Fühlt sich an, als ob er an ein Ladegerät andocke; vielleicht ist das, was er unter Heimat verstehen würde, wenn er den Begriff auf sich und seinen Erfahrungsraum anwenden müsste. Dazu ist er allerdings nie bereit gewesen. Jetzt, in der Luke stehend, den Oberkörper Wind und Elementen zugewandt, merkt er es aber doch. All das kommuniziert mit ihm, ob er will oder nicht; ist im Außen und genauso in ihm. Auch wenn die Bausünden der 2000er und 90er Jahre diejenigen aus den Siebzigern und Achtzigern überformt und teilverdeckt haben: Es ist die Landschaft aus der er hervor- und aus der er weggegangen ist; zu der er alle Brücken meinte abgebrochen zu haben. Hilft aber nichts. Da ist er, und es muss ihn nicht einmal gefangen nehmen. Weil er immer schon befangen ist und geformt. Mindestens von Anfang an, wenn Anfang heißt, woran er sich zuerst erinnert. Nur ein Teil der Felder, die seine und ihre Kinder- und frühen Jugendtage geprägt haben, ist im Lauf der Zeiten verlorengegangen. Das wäre vielleicht der wirklich gute Teil gewesen: die Rebhühner, Hasen und Apfelwiesen.

Work in progress: tbc

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lack of charisma

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Heute deutschlandweit in den Wirtschaftsteilen der Funke Mediengruppe (als Aufmacher für die Woche): Neues aus dem Prekariat auf Rädern.

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volksbuehne_rad

Gestern Abend noch mal bei Marthaler gewesen. Hallelujas. Sentimental, groß, schön. Allein schon wegen der Möglichkeiten dieses einmaligen Raumes. Genau: in der Volksbühne – für Diederichsen “als langlebigster und sich zugleich dynamisch entwickelnder Speicher und Transformator auch ein Archiv der Erfahrungen, die in Berlin und seinem kulturellen Einzugsgebiet seit den 1990er Jahren gemacht wurden.” Worüber heute vor Ort unter dem Titel Reden: Im Zentrum des Übels noch einmal diskutiert werden soll.

Natürlich stimmt es traurig, wenn eine Ära zuende geht, die eben auch mit eigenen Erfahrungen verknüpft ist. Selbst, wenn man seit zehn Jahren oder länger darauf gewartet hat, dass der (in Wahrheit noch gar nicht so) alte Mann mit dem Stalin-Bild im Intendantenzimmer irgendwann abtritt. Selbst, wenn man die Grenzziehungen in der unsäglichen Debatte über die Ablösung seltsam falsch gefunden hat und das, was da kommt, erst mal sehen möchte, bevor man es (dann vielleicht doch) verdammt. Aber die Polleschs, Fritschs und Marthalers dieser Welt werden weiter machen, wenn auch nicht mehr in der allerdirektesten Nachbarschaft.

Für 2017 muss jedoch festgehalten werden, dass Fußläufigkeit eher kein dezidiert emanzipatorisches Argument ist. Und die Vorstellung von der kuscheligen Community hat sich längst ein identitärer Diskurs unter den Nagel gerissen. Andererseits: Sentimentalität (siehe oben) gehört ins Theater – nicht ins Wahlprogramm der SPD.

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wolf

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“Ich hörte zu, ich verstand, ich war einverstanden, ich fand solche Äußerungen beruhigend und hatte recht damit, denn sie waren zur Beruhigung bestimmt: nichts ist unheilbar, und in der Tiefe bewegt sich nichts, die vergeblichen Erregungen an der Oberfläche dürfen uns nicht vergessen lassen, dass sich darunter eine tödliche Stille verbirgt, die unser Los ist […] Unsere Besucher gingen nach Hause, ich blieb allein, entschlüpfte dem banalen Friedhof und kehrte zurück zum Leben, zum Wahnsinn in den Büchern […] Aber dies Originale sahen gar nicht so aus, als richteten sie sich nach unseren Grundsätzen, und selbst dort, wo ihre Motive erläutert wurden, kam ich nicht mit. Brutus tötet seinen Sohn, und Mateo Falcone tut es auch. Diese Praxis schien also ziemlich verbreitet zu sein, trotzdem machte in meiner Umgebung niemand davon Gebrauch.” (Sartre, Die Wörter)

“Die Unmöglichkeit, irgendetwas sicher zu wissen oder zu fühlen, erzeugte in mir einen starken Drang zu onanieren.” (McEwan, Der Zementgarten)

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elbphilharmonie

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“Als ich dann vor dem Gebäude den Central Park West entlangging, schaute ich hinüber zu den Bäumen, deren Blätter sich bereits voll entfaltet hatten, und empfand ein Gefühl von unsäglicher Fremdheit. Am Leben zu sein ist unerklärlich, dachte ich. Das Bewusstsein ist unerklärlich. Nichts auf der Welt ist normal.”

Siri Hustvedt, Was ich liebte

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