— weltwundern.net

Geheimnis

Heimatkaffee

Es hatte lang gedauert, bis Matthes seine Stimme gefunden hatte. Eine Ewigkeit. Allein um darauf zu kommen, dass die Stimme das wirklich entscheidende war, benötigte er zwei Dekaden seiner Lebenszeit. (Vielleicht war er langsam und ein Spätentwickler.) Ein eigener, prägnanter Ausdruck war Voraussetzung für einen Platz in der Welt, der nicht von vornherein zufällig und grundsätzlich anfechtbar war. Immer hatte er, wie ihm jetzt schien, die falschen, ganz und gar banalen und an jedem Kern einer möglichen Sache (oder eher Essenz) vorbeigehenden Fragen gestellt; beständig hatte er  an der Verbesserung absolut unwesentlicher Fähigkeiten gearbeitet: natürlich vergebens. Dann war er eines Morgens aufgewacht, und alles war ihm ganz klar erschienen. Es hatte buchstäblich vor seinem inneren Auge ausgebreitet dagelegen, übersichtlich und geordnet. Wenn alles wesentlich Durchdringung, Vermischung und Anreicherung war, musste man Anreize schaffen, dass andere genau das wollten: sich mit einem vermischen. Auf Übernahme der eigenen individuell-besonderen Züge in die Welt (im Sinne einer Bereicherung ihrer vorübergehenden und hinfälligen Substanz) konnte nur hoffen, wer gehört und mit Wohlwollen gehört wurde.